Artikel
Rund 250 Menschen hatten sich auf den Weg nach Marburg gemacht, um am vergangenen Wochenende (25.-27. April) an der 2. Offenen Arbeitskonferenz der Interventionistischen Linken (iL) teilzunehmen.
Eingeladen waren alle, die am Projekt einer interventionistischen Linken interessiert sind. Gekommen sind diejenigen, die zusammen darüber diskutieren wollten, wie über die Situation der radikalen Linken in der BRD hinauszukommen ist, die, trotz Heiligendamm in gesamtgesellschaftlicher Perspektive noch subkulturell und insgesamt marginal ist.
Eine erste Einschätzung der iL.
Auf der Seite "Außer Parlamentarisches" erschien heute im "Neues Deutschland" (25.04.08) ein Artikel, der sich vorab mit der iL und der Offenen Arbeitskonferenz beschäftigt.
Konferenzort:
Hörsaalgebäude der Philipps-Universität,
Biegenstr. 14 (Bus 1/2/5/6/7 bis Stadthalle)
Karte:

oder hier
http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&oe=utf-8&client=firefox-a&q=Biegenstr...
Am 28.1.2008 fällte ein Gericht in Florenz das Urteil über 13 Teilnehmer einer Demonstration gegen den Jugolslawienkrieg und dessen Unterstützung durch die damalige D'Alema Regierung. Alle 13 Angeklagten wurden zu sieben Jahren Haft verurteilt!
Aus Protest gegen dieses Urteil und in Solidarität mit den Verurteiliten Genoss/innen ruft Libertad! am diesjährigen Aktionstag 18. März zu Aktionen vor italienischen Einrichtungen auf: siehe auch den Aktionsaufruf zum Aktionstag 18. März Italien: Sieben Jahre wegen Antikriegsaktionen
0. Prolog
Dieses Papier dient zunächst der Verständigung der IL darüber, was im Bereich einer IL-Sozial-AG passieren soll. Aus diesem Papier soll ein Einladungspapier zur Arbeitskonferenz (Workshop: IL-Sozial) extrahiert werden.
1. Vorneweg
Zum Abschluss der Woche von Heiligendamm bilanzierte die Interventionistische Linke: „Bilder sagen mehr als tausend Worte. (...) Das Spektakel der G8 ist geplatzt, ihre Zeit läuft ab, unsere bricht an.“ Es gehört zum linken esprit de sérieux, dass der offenbaren Ironie der IL postwendend mit dem Verweis auf das Elend der Welt und die Schwäche der Guten begegnet wurde.
Als wir im letzten Juni nach Athen zurückfuhren, war unser Gefühl, dass die Zeit, die wir in Rostock während der Proteste gegen den G8-Gipfel verbracht hatten, eine der besten Wochen unseres Lebens gewesen war. Auch heute, neun Monate später, hat sich dieses Gefühl noch nicht geändert.
Es ist nicht leicht, kontrovers auf einen Beitrag zu antworten, dem man im Wesentlichen zustimmt. Gregor Samsa hat in ak 519 eine Analyse der Heiligendamm-Mobilisierung unternommen, die ich in fast allen Punkten für richtig halte. Wenn ich ihm widerspreche, dann, weil es mir weniger um den Befund als um seine Bewertung geht.
Atmosphärisch, taktisch, optisch und selbst akustisch haben sich die G8-Gipfelproteste als echtes Husarenstück entpuppt. Zum unbeschwerten Frohlocken besteht dennoch kein Anlass. Zu sehr sind nicht nur im Vorfeld, sondern auch in Heiligendamm all jene Schwächen, Befangenheiten und Defizite sichtbar geworden, welche die (bewegungspolitische) Linke hier zu Lande auszeichnen.
Die Vision von massenhaften Blockaden des Gipfels, von der Delegitimierung der G8 in der Aktion ist Wirklichkeit geworden. Das bleibende Bild des Gipfels 2007 sind die Tausende, die durch Wälder, über Wiesen und Felder unaufhaltsam den Blockadepunkten entgegen streben und sich dabei von der völlig desorganisierten Polizei weder provozieren noch aufhalten lassen. Heiligendamm war zeitweise landseitig komplett eingeschlossen, der Transport von Delegierten und JournalistInnen nach Heiligendamm musste per Hubschrauber oder auf Booten durchgeführt werden. An Vorbereitung und Durchführung dieser Blockaden hatte die Kampagne Block G8 entscheidenden Anteil. Der Triumph der Bewegung gelang aber nur durch das Zusammenwirken aller unterschiedlichen Blockadekonzepte.