DHL
DHL = Deutsche Heeres Logistik

DHL transportiert nicht nur Briefe und Pakete, sondern transportiert auch Kriegsgüter für verschiedene Armeen. Im September 2008 bewarb sich die hundertprozentige Post-Tochter DHL als Logistikdienstleister der Bundeswehr. Es ist der bislang größte Auftrag der deutschen Transportbranche und es ist das umfangreichste Privatisierungs- und Umstrukturierungsprojekt der Bundeswehr. Die Ausschreibung für den Bereich »Lagerhaltung und Distribution« ist ein Milliardenauftrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Bundeswehr will große Teile ihrer Basislogistik im Rahmen einer Public-Private-Partnership an ein ziviles Unternehmen abtreten. Konkret geht es um die Lagerung und Bewirtschaftung von Bundeswehrmaterial (ohne Sanitätsmaterial, Munition und Treibstoffe) und den weltweiten Transport von Kriegsgerät, SoldatInnen, Munition, Treibstoffen an die verschiedenen Kriegsschauplätze. Somit sucht die Bundeswehr einen Logistikpartner, der die schnelle Einsatzfähigkeit der Truppen sicherstellen und dadurch zum aktiven Kriegsmittreiber werden soll.
Im Frühjahr 2009 soll die Entscheidung des Verteidigungsministeriums bekannt gegeben werden. Die größten Chancen werden dabei DHL eingeräumt. Die Deutsche Post transportierte schon 2002 Rüstungsgüter bis 50 Kilogramm und militärische Dokumente der Bundeswehr. 2003 stieg DHL als Logistikpartner des US-Militärs im Irak und in Afghanistan ein. Gleichzeitig wird der militärische Ausbau des Flughafens Leipzig betrieben. Der ist eng mit der DHL verknüpft, die über die DHL Hub Leipzig GmbH seit Anfang 2008 am Flughafen Leipzig/Halle eins ihrer weltweit drei Luftfahrt-Drehkreuze betreibt.
DHL hat unmittelbar nach Aufhebung der UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak im Mai 2003 dort als erstes Unternehmen Logistikdienstleistungen angeboten. Hauptkunde im Irak ist das US-Militär, wodurch DHL vom reinen Profiteur des Irakkrieges zum unmittelbaren Kriegs- und Besatzungshelfer avancierte. Die Deutsche Post AG als Konzernmutter der DHL ist um Diskretion bemüht und versucht die Fracht gegenüber der Öffentlichkeit auf Post für US-SoldatInnen herunterzureden. Gleichzeitig transportiert sie die Feldpost für die Bundeswehr weltweit.
So entpuppt sich die Deutsche Post- Tochter DHL als »Deutsche Heeres Logistik«.
Unterwegs nicht nur in Sachen Feldpost
Die DHL, eine Tochter der Deutschen Post, klebt seit September großformatige Plakate, die mit dem Abbild eines uniformierten Afghanistan-Kämpfers werben. Die Plakatkampagne soll „den Soldatenberuf in der Gesellschaft präsent machen“, heißt es bei der Deutschen Post, die einen eigenen „Konzernrepräsentanten Military Affairs Bundeswehr/NATO“ beschäftigt.
Die Deutsche Post profitiert in zunehmendem Maße von den Kriegseinsätzen der Bundeswehr im Ausland. Allein der Umfang der Feldpost nähert sich dem Postaufkommen einer Großstadt. Die rund 500 Konzernmitarbeiter, die als „Postsoldaten“ von der Feldpostleitzentrale in Darmstadt gesteuert werden, sind sämtlich aktive Bundeswehrreservisten. Hinzu kommen umfangreiche Aufträge in der Militärlogistik, die der weltweit führende Logistikkonzern akquirieren will.
Die Deutsche Post hat schon 2002 einen Rahmenvertrag mit der Truppe geschlossen, dem zufolge sie national und international den Versand von eiligen Dokumenten und leichtem Material übernimmt.
Siehe auch:
- DHL - olivgrün unter postgelbem Tarnanstrich/Für eine Kampagne gegen Deutsche Heeres Logistik (DHL)
- http://dhl.blogsport.de/
- soldatenglueck.de schreibt über die Feldpost der Bundeswehr/
- Kopiervorlagen Deutsche Post/DHL-Kundeninformationen: "Ja! DHL ist in den Kriegen im Irak und Afghanistan engagiert".
- Frankfurt 13.03.09: Der schwarze Freitag: Antimilitaristischer Aktionstag gegen DHL und Commerzbank
- DHL profitiert vom Krieg. Kriegsgegner mobilisieren gegen Tochter der Post AG. Aktionstag am 14. März (jw 05.03.09)
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Die Mobilisierung gegen die NATO und den 60 Jahre-Gipfel 2009 bietet die Möglichkeit die Frage von Krieg und Militarisierung der Gesellschaft zu verknüpfen. Die iL ruft deswegen auch zu Aktionstagen auf, an denen Aktionskreise und Gruppen bundesweit ein deutliches Zeichen des Widerstandes gegen Militarisierung in die Öffentlichkeit tragen können.
Antimilitarismus ist kein eingemottetes Relikt vergangener Zeiten. Der Kampf gegen Militarismus muss auf die Tagesordnung Aller, denen die herrschenden Verhältnisse unerträglich sind, er ist historisch notwendig! Bildet lokale Aktionskreise! Die Kampagne gegen DHL und Commerzbank ist längerfristig, also über den April 2009 hinaus, eine Möglichkeit für konkretes Eingreifen.
Die Diskussion ist wahrscheinlich so alt, wie es Gipfel aller Art und die Proteste dagegen gibt. Wie lässt sich der Schwung großer Protestevents in die Niederungen des politischen Alltags retten? Wir wissen nicht, was große Steuermänner und andere dagegen empfehlen. Wir machen aber den Vorschlag sich im Vorfeld des Gipfels, vor Ort Spektren übergreifend zusammenzusetzen und aktiv zu werden. Gegen die NATO, gegen die Bundeswehr, gegen ihre Profiteure und UnterstützerInnen.
Wir hoffen, dass vielfältige Kontakte, Organisierungen und praktische Ansätze entstehen, die über den Gipfel hinaus Bestand haben.
Die Politik zweier deutscher Konzerne wurden in den Mittelpunkt gestellt, die Vorreiter der Verankerung von Krieg in Gesellschaft und Ökonomie sind: DHL, ein Konzern der Deutschen Post, ist ein herausragendes Beispiel für die Privatisierung der Kriegsführung. DHL wickelt nicht nur den Feldpostverkehr der Bundeswehr ab, er ist als weltweit führender Logistikkonzern zuständig für einen großen Teil des Materialtransportes der deutschen wie der US-Armee. Zukünftig wird sich diese Aufgabe wahrscheinlich erheblich ausweiten.
Daneben ist die Commerzbank führend bei der Umsetzung der Strategie der zivil-militärischen Zusammenarbeit – trotz Finanzkrise. Sie veranstaltet zusammen mit der Bundeswehr regelmäßige Treffen, bei denen stratebgische Absprachen zur engeren Anbindung der zivilen Eliten aus Politik, Industrie und Wirtschaft an die militärischen Strukturen getroffen werden. So wird eine Militarisierung nach Innen forciert – es formiert sich ein militärisch-ökonomischer Komplex, der sich in die Lage versetzt, weltweit Besatzungsregimes zu installieren. DHL und Commerzbank sind ganz vorne mit dabei.
Beide Konzerne bieten breite Angriffsflächen. Sie unterhalten Filialen und Einrichtungen in allen Städten. Hier lässt sich leicht eine Vielzahl von öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten entfalten. Der Schulterschluss von Wirtschaft und Militär kann so thematisiert und angegriffen werden.






