iL Newsletter 03/08: Nach der Arbeitskonferenz

INTERVENTIONISTISCHE LINKE
Für eine Linke, die dazwischen geht
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> iL Newsletter 03/08: Nach der Arbeitskonferenz

Liebe Genossinnen und Genossen,
rund 250 Menschen hatten sich auf den Weg nach Marburg gemacht, um am vergangenen Wochenende (25.-27. April) an der 2. Offenen Arbeitskonferenz der Interventionistischen Linken (iL) teilzunehmen. Eingeladen waren alle, die am Projekt einer interventionistischen Linken interessiert sind. Gekommen sind diejenigen, die zusammen darüber diskutieren wollten, wie über die Situation der radikalen Linken in der BRD hinauszukommen ist, die, trotz Heiligendamm in gesamtgesellschaftlicher Perspektive noch subkulturell und insgesamt marginal ist.
Eine erste Einschätzung der iL wurde erstellt, die wir hier veröffentlichen.

Inhalt:
- Kurz & nicht bündig, Statement der iL vom 01. Mai 2008
- „Die parlamentarische „Linke“ wurde durch die Wahlen abgeschafft.“, Grusswort von Sandro Mezzadra an die iL-Konferenz
- Radiomitschnitte der Arbeitskonferenz
- Reader „Dazwischen gehen!
- Es geht weiter: Der Iltis auf dem Vormarsch

> Kurz & nicht bündig
> 2. Offene Arbeitskonferenz der iL
(http://www.dazwischengehen.org/de/story/2008/05/kurz-nicht-buendig)

Rund 250 Menschen hatte sich auf den Weg nach Marburg gemacht, um am vergangenen Wochenende (25.-27. April) an der 2. Offenen Arbeitskonferenz der Interventionistischen Linken (iL) teilzunehmen.
Eingeladen waren alle, die am Projekt einer interventionistischen Linken interessiert sind. Gekommen sind diejenigen, die mit uns darüber diskutieren wollten, wie über die Situation der radikalen Linken in der BRD hinauszukommen ist, die, seien wir ehrlich, trotz Heiligendamm in gesamtgesellschaftlicher Perspektive noch subkulturell und insgesamt marginal ist.

An den Diskussionen beteiligten sich nicht nur GenossInnen, die schon in der IL mitarbeiten, sondern auch viele, die unsere Bereitschaft teilen, diese Situation zu ändern - unter anderem Mitglieder der LINKEN, der DKP und der isl, AktivistInnen von attac und der Antifa, aus Antira-Zusammenhängen und sozialpolitischen Initiativen sowie der globalisierungskritischen Bewegung, von 'solid und dielinke.sds.

Dass die Erwartung, über die aktuelle Situation der radikalen Linken in der BRD hinauszukommen, nicht unbegründet und in Ansätzen bereits erfolgreich ist, zeigen die bisherige Geschichte der IL und die Bereitschaft der in ihr vertretenen unterschiedlichen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen zu Kooperation und Austausch. Uns alle eint der Eindruck, dass es einen gesellschaftlichen und einen politischen Ort für eine radikale Linke in der BRD gibt. Es existieren genug gesellschaftliche Widersprüche und Verwerfungen, in und an denen sich eine radikale Linke artikulieren und positionieren könnte.

Diesen möglichen und notwendigen Ausdruck zu artikulieren, ihn nach "innen", in die Linke, zu organisieren, und zugleich nach "außen", in der Gesellschaft, sichtbar, hörbar und spürbar zu machen - dafür steht die IL. In Marburg ging es deshalb um die verschiedenen Facetten einer radikalen linken Politik, die in die gesellschaftlichen Verhältnisse einzugreifen versucht – durchgespielt in den Bereichen Globale Soziale Rechte/Antirassismus, Soziale Kämpfe, Krieg und Sicherheit, Antifa und Klimapolitik und aufgezeigt am Stand des Organisierungsprojekts IL und seiner Vorgeschichte.

Die IL - das ist unsere feste Überzeugung - muss mehr sein als die Summe ihrer Teile. Eine Organisierung, die alte Fehler nicht wiederholt, die antagonistisch, aber zugleich offen für Bündnisse ist, die die Autonomie der Einzelnen wahrt, aber zugleich einen gemeinsamen Ausdruck findet, in der Verschiedenheit Platz hat, aber zugleich ein Gemeinsames existiert und die nicht zuletzt, weder theoretisch noch praktisch, einen Alleinvertretungsanspruch hat.

Das ist ein schwieriger, auch langwieriger und langsamer Prozess. Und die Ungeduld mancher, die schnelleres und entschiedeneres Vorgehen wünschen und von uns erwarten, ist verständlich und berechtigt. Wir haben uns mit dieser Arbeitskonferenz nach innen und außen geöffnet. Die Fragen sind gestellt und müssen jetzt beantwortet werden. Sicherlich blieb in Marburg noch vieles unbestimmt. Aber anders konnte es eigentlich nicht sein, denn wir hatten ja offen eingeladen, an der Beantwortung der in diesem Prozess entstehenden Fragen mitzuarbeiten.

Dennoch wurden auch konkrete Verabredungen getroffen. So wird die Interventionistische Linke ausloten, wie ein linksradikaler Beitrag zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung der NATO im nächsten Jahr aussehen kann. Und wir unterstützten das Klima-/Antira-Camp im August 2008 in Hamburg, an dem sich Einzelne und Gruppen aus der IL aktiv beteiligen werden. Auch in der Frage der Struktur sind wir ein Stück weitergekommen: Es liegen konkrete Vorschläge auf dem Tisch, die entschieden werden müssen. Andere Fragen müssen dagegen noch beantwortet werden: Was bedeuten eigentlich Militanz oder Antikapitalismus unter den gegebenen, konkret zu bestimmenden Klassenverhältnissen, wie sähe eine angemessene Praxis aus?

Wir werden diese Herausforderungen jetzt unter anderen Bedingungen weiterverfolgen: mit all denen, die sich in den letzten Tagen an den Diskussionen beteiligt haben und die an unserem Prozess der Organisierung einer radikalen Linken in der BRD weiter teilhaben wollen.
Am 5./6. Juli 2008 wird das nächste Treffen stattfinden; eingeladen ist, wer sich zur Mitarbeit entschlossen hat.

Interventionistische Linke, 1. Mai 2008
Anmerkung der Newsletter-Redaktion: Alle, die sich auf der Konferenz eintrugen, um künftig bei der iL mitzumachen, werden informiert, sobald Ort, Beginn und Tagesordnung feststeht.

> „Die parlamentarische „Linke“ wurde durch die Wahlen (in Italien) abgeschafft.“
> Grusswort von Sandro Mezzadra an die iL-Konferenz

Die iL-Konferenz begann am Freitag Abend (25.04.08) mit der öffentlichen Veranstaltung „Radikal & links mit Anderen“. Diskutiert werden sollten die Erfahrungen und Möglichkeiten der Bewegungen nach Genua (G8-01), Florenz (ESF-02), Athen (ESF-06) und Heiligendamm (G8-07). Es war der ambitionierte Versuch die Fragen und widersprüchlichen Entwicklungen zwischen Ereignis und Kontinuität, Autonomie und Organisierung, Radikalität und Bündnissen - und noch vieles andere mehr - zur Sprache zu bringen. Das ist nur äußert begrenzt gelungen bzw. eher nicht. Ein Grund mag auch darin gelegen haben, dass die Absicht, dies als gemeinsame europäische Diskussion zu entwickeln, nicht umgesetzt werden konnte.
Kurz vor Beginn sagte Sandro Mezzadra vom italienischen Frassanito-Netzwerk ab und so hatte Yannis Alpannis vom griechischen Netzwerk politische und soziale Rechte und dem Greek Social Forum alleine die Aufgabe andere Erfahrungen und Herangehensweisen einzubringen.
Sandro Mezzadra schickte uns ein Grusswort. Das wurde auf der Veranstaltung verlesen und ist hier jetzt nachzulesen: http://www.dazwischengehen.org/de/story/2008/04/die-parlamentarische-lin...

> Radiomitschnitte der Arbeitskonferenz

Radio Unerhört Marburg (RUM 90,1 MHz) hatte die Freitagsveranstaltung und die iL-Talkshow („Je später der Abend, so radikaler die Gäste...) vom Samstag aufgezeichnet. Diese unbearbeiteten Mitschnitte sind bereits öffentlich als .mp3-Dateien zum Anhören oder zum Download zugänglich: http://www.freie-radios.net.

Auftakt-Veranstaltung 1.Teil : (http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=22154
Auftakt-Veranstaltung 2.Teil : (http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=22155)
iL-Talkrunde 1.Teil : (http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=22156)
iL-Talkrunde 2.Teil : (http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=.22158)

Ein Interview vor der Konferenz mit Florian Schneider (Gruppe dissident) im Rahmen von zip-fm ist unter http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=22092 zu finden.

> Reader „Dazwischen gehen!
Texte zur Offenen Arbeitskonferenz der Interventionistischen Linken“

Zur Arbeitskonferenz hatten wir eine Sammlung von Texten zusammen, die Teile unserer Diskussionen und Überlegungen widergeben oder die wir für die Diskussion wichtig halten. Von ihm sind noch Exemplare da. Wer nicht in Marburg war, kann diesen Reader (64 Seiten, 3,50 Euro incl. Porto) bei uns bestellen: einfach eine Mail an anmeldung (at) interventionistische-linke.de.

Die Texte des Reader stehen aber auch online zur Verfügung:
http://www.dazwischengehen.org/de/projekt/materialien-zur-arbeitskonfere...

> Es geht weiter: Der Iltis auf dem Vormarsch

Es begann als Scherz: Im Blog (http://www.dazwischengehen.org/de/blog) wurde die Frage gestellt, ob der Iltis als Maskottchen oder Wappentier der iL taugt. Dazu wurden einige Designstudien und Infos über den Iltis im Allgemeinen zum Besten gegeben.
Mit der iL-eigenen Ernsthaftigkeit wurde auch diese existenzielle Frage behandelt und fand Eingang auf die Druckseiten von „ak analyse & kritik“ (http://www.akweb.de/ak_s/ak527/41.htm oder http://www.dazwischengehen.org/de/story/2008/04/die-nacht-war-schon-imme...). Auch das „Neue Deutschland“ titelte ihren Artikel zur Aktionskonferenz folgendermaßen. „Im Zeichen des Iltis / Teile der radikalen Linken versuchen, sich verbindlicher zu organisieren“ (http://www.dazwischengehen.org/de/story/2008/04/im-zeichen-des-iltis-nd-...). Auf der Konferenz selber tauchte der Iltis auch auf und hatte sich bereits vermehrt. Unter http://www.dazwischengehen.org/sites/dazwischengehen.org/files/oak_iltis... ist das passende Transparent zu sehen.

> Spenden
Natürlich braucht die interventionistische Linke auch einiges an Barem. Deshalb natürlich die Bitte eifrig zu spenden:
Spendenkonto: 8020068500, GLS-Gemeinschaftsbank (BLZ: 43060967), Zweck: IL-Spende
oder auch mit diesem Formular: http://www.dazwischengehen.org/de/content/webform/spenden-f-r-die-il

> iL-Newsletter
Die meisten von euch sind auf diesem Newsletter, weil sie auf unserer allgemeinen Mailingliste (intervention@...) eingetragen waren. Wir haben vorausgesetzt, dass ihr interessiert seid, vom Fortgang des Projekts Interventionistische Linke, informiert zu werden. Hinzugekommen sind alle, die sich für die Konferenz anmeldeten und alle, die erklärten, bei der iL mitmachen zu wollen.
Ihr könnt euch jederzeit ein- und austragen. Natürlich auch anderen empfehlen, sich auf unseren Newsletter einzutragen. Folgt einfach diesem Link: http://www.dazwischengehen.org/de/site/il-newsletter
Na dann, bis bald


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