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G8Xtra Nr. 1 - Editorial: Auf dem Weg
Es geht was vor, es geht wer um im Land.
Auf E-Mail-Listen kursieren Tipps, „erste“ Treffen finden statt, Infotouren rollen an, Aktionsversammlungen und Sommercamps werden geplant. Pläne werden geschmiedet und Fragen diskutiert. Was können wir da ausrichten gegen die? Wie die eigene Sache mit anderen zusammenbringen? Und überhaupt: kann das funktionieren, quer durchs außerparlamentarische Spektrum der örtlichen Gruppen und Initiativen bis rein in die Linkspartei und die großen Verbände, Ost und West, Funktionäre und BasisaktivistInnen, Gewaltfreie und Militante – die alle zusammen? Marx meinte mal: Sind mehr als drei deutsche Revolutionäre in einem Raum vereint, regiert nach kurzer Zeit das Stuhlbein … Aber Verhältnisse können sich ändern, selbst linke.
Der G8-Gipfel 2007 findet in Heiligendamm an der Ostseeküste statt. Und was jetzt schon läuft macht Mut: es kommt nur auf die … Genossinnen und Genossen selbst an. Können wir wirklich Hunderttausende werden? Wird die Chance genutzt, dass die Bewegungen im gemeinsamen wider-ständischen Spektakel die G8 zum Teufel wünschen, oder kommt’s doch wieder nur zur alten Schnittmusterpraxis, den öden Exerzitien der jeweiligen Milieus von links ganz radikal bis links eher parlamenta-risch nah. Bitte alles, aber das nicht.
G8-Xtra wird bis Juni 2007 unregelmäßig und kostenlos erscheinen und will mithelfen, die unterschiedlichen Vorstellungen, Themen und Praxen in Kommunikation zu bringen und anzufangen – um mal den großen Bogen zu wagen – die „Organisationsfrage“ der alten, der neuen und der neu-neuen Linken in neuer Form diskutierbar zu machen: Fragen der inneren Demokratie, der Sichtbarkeit verschiedener Politikformen, der gesellschaftlichen Alternative.
Die Zeitung wird von Redaktionen, lokalen Gruppen, bundesweiten Projekten und vielen Einzelnen gemacht, die im Netzwerk Interventionistische Linke zusammenarbeiten. U.a. sind das die Redaktion von ak – analyse & kritik, arranca!, Fantômas und so oder so, vor Ort aktive Gruppen und Organisationen wie die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), Avanti – Projekt undogmatische Linke (Nord-deutschland), Gruppe dissident! (Marburg), FelS (Berlin), radikale linke Nürnberg, Radikale Linke Köln, Stiftung Unruhe Köln, aber auch Koordinierungen wie Krieg ist Frieden und Libertad! sowie Personen aus der Sozialforums- und Anti-Kriegsbewegung oder von attac. Wir nennen uns so, weil es uns wort-wörtlich darum geht, dazwischen zu gehen: gegen die herrschenden Zustände. Das geht nur gemeinsam. Die G8-Xtra ist eine Zeitung für eine solche Linke, kein Parteiblatt. Der Leitartikel stammt aus der Feder der beteiligten Redaktionen. Das kurze Selbstverständnis zeigt, dass es um Gemeinsamkeit, nicht um Einheit geht, um einen Zusammenhang von Vielen, der erst hergestellt, erprobt und um ungezählte Leute erweitert werden muss. Zu Zeiten Großer Steuermänner hieß das mal: Die Praxis ist der Beweis der Wahrheit.
Die Redaktion
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