L’Europa a venire- Das kommende Europa- Bericht der Aktionskonferenz vom 24.- 26. 02. in Frankfurt

Am Wochenende des 24.- 26. Februars fand in Frankfurt ein europäisches Treffen zum Aufbau und Organisation der Mobilisierung von Aktionstagen gegen die Austerität und die Europäische Zentralbank statt. Als Netzwerk UniCommon haben wir mit Interesse an diesen Tagen teilgenommen.

Organisierte Gruppen, Gewerkschaften und auch die deutsche Linkspartei, welche auch heterogen untereinander sind, fanden positive Synergieeffekte durch die Occupybewegung, welche auch in verschiedenen Städten Deutschlands angekommen ist. Besonders unter dem EZB- Sitz in Frankfurt, wo seid mehr als 140 Tagen gecampt wird. Von diesem ersten Moment der Auseinandersetzung innerhalb der deutschen Bewegung, wo sich schon am vergangenen 31. Januar [Anm.: gemeint ist hier der Ratschlag vom 22. Januar in Frankfurt] ein Kreis bildete, ist ein Vorschlag geboren wurden, der über die Grenzen Deutschlands hinaus gehen soll und die verschiedenen Netzwerke und BürgerInnen Europas aufruft, die sich in diesen Jahren bewegten und mobilisierten.

Die Konferenz des vergangen Wochenendes nahm diesen Vorschlag auf um ihn auszuweiten und zu konkretisieren: ca. 300 Personen waren anwesend. Die Mehrheit stellten deutsche Zusammenhänge, aber auch eine signifikante Präsenz aus anderen europäischen Ländern. Aus den Debatten sind verschiedene Vorschläge und praktische Vorhaben für die gemeinsame Arbeit in den nächsten Monaten entstanden.

Von dem Frankfurter Treffen geht ein transnationaler Ruf aus, der vorsieht für drei Tage das ökonomische und finanzielle Herz Europas zu blockieren: die Stadt Frankfurt, Sitz der wichtigsten europäischen Banken, vieler Finanzinstitute und der europäischen Zentralbank.

Die vorgeschlagenen Tage sind vom 17. bis 19. Mai, um der transnationalen Mobilisierungswelle der spanischen Indignados und Occupy Wall Street für den 12. und 15. Mai zu folgen. Nachdem die Daten dezentraler Mobilisierungen gesammelt wurden wird der Anspruch sein alle nach Frankfurt zu mobilisieren um zu besetzen und zu blockieren.

Die Tage sind folgendermaßen gedacht: am ersten Tag ist die Anreise und die Besetzung verschiedener grüner Gebiete im Zentrum Frankfurts vorgesehen. Hier sollen auch die Blockaden der folgenden Tage koordiniert und organisiert werden.

Am zweiten Tag soll an verschiedenen Punkten das ökonomische Herz der Stadt dicht gemacht werden, um den normalen Arbeits- und Finanzalltag lahm zu legen, indem die Eingänge wichtiger Banken und Zufahrtswege dicht gemacht werden. Hauptsächlich soll die europäische Zentralbank und die deutsche Bank belagert werden. Am Abend sind große kulturelle Veranstaltungen, Momente des Zusammenkommens und der Kultur auf den besetzten Plätzen vorgesehen.

Am dritten Tag, Samstag der 19. Mai wird eine große Demonstration stattfinden, zu welcher gemeinsam mit verschiedenen Strömungen der Gewerkschaften aufgerufen wird um zum wiederholten Male die Stadt zu belagern.

Nach diesen zwei großartigen Tagen wird auch der Moment der gemeinsamen Reflextion mit den europäischen Bewegungen, die anwesend sein werden anstehen um darüber zu reden wie ein weiterer gemeinsamer Weg aussehen kann, welcher in diesen Tagen geboren werden könnte.

In den verschiedenen Workshops des Treffens wurden detaillierte Arbeitsaufträge und Vorbereitungen für die Tage und mit welchen Modalitäten die Blockaden zu gestalten sein werden definiert: die Praktiken die gemeinsam beschlossen und geteilt wurden sind die des zivilen Ungehorsams, welche radikale Aktionen vorsieht ohne sie zu exklusiven Praxen zumachen oder nur partizipativ für wenige zu sein. Für all das ist wichtig einen breiten Konsens über die Aktionen auf den Plätzen zu teilen und zu erarbeiten.

Wir sind aus Frankfurt wiedergekommen, voll mit Zweifeln aber mit einer großen Portion Enthusiasmus. Wir denken, dass nun wie nie zuvor der Moment gekommen ist einen klaren Schritt vorwärts hin zu dem Aufbau einer europäischen Bewegung gekommen ist, einer transnationalen Opposition gegen den Angriff auf Leben, Glück und die Freiheit Millionen von Menschen. Sich im Mai in Frankfurt wiederzutreffen könnte ein erster Aufschlag zum untergehenden Herz der Troika sein indem ein starkes politisches Zeichen gegen die grauen Schatten der europäischen governance gegeben wird. Ausgehend von den nicht nur positiven Intentionen wollen wir die Nähe unserer Körper in den Kämpfen nutzen, um ein radikales anderes Projekt Europa und eine neue Subjektivität europäischer Politik zu gestalten. Wir glauben, dass Frankfurt eine Gelegenheit des Zusammentragens bietet, eine zu akzeptierende Herausforderung, einen Wunsch den es zu konstruieren gilt. Aber der Optimismus einiger ist ein schwaches Instrument, welcher für sich allein nicht ausreicht. Es braucht noch weitaus mehr, in Italien und den anderen europäischen Ländern, sich für diesen Weg zu begeistern und ihn gemeinsam auszugestalten. Nur so können die Tage in Frankfurt zu einem kleinen,neuen Stück Geschichte werden.

Netzwerk UniCommon

http://www.unicommon.org/index.php?option=com_content&view=article&id=34...

Dort auch Videos mit Interview auf italienisch und englisch von der Konferenz

krisentranspi_ffm_500.jpg
dazwischengehen_org.png