Am 19. Februar 2011 haben mehr als 20.000 Menschen zum zweiten Mal in Folge Europas größten Naziaufmarsch durch entschlossene Blockaden verhindert. Dieser Erfolg Zivilen Ungehorsams reiht sich in erfolgreiche Blockadeaktionen in Leipzig, Berlin, Jena und Köln ein. Jedoch gehen die Polizei und die Dresdner Staatsanwaltschaft mit einer ungeahnten Repressionswelle gegen „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ vor.
Am 7. und 8. Oktober 2011 tagte eine Aktivierungsskonferenz an der TU Dresden. Neben Diskussionen und Informationsveranstaltungen waren auch verschiedene Workshops zu Blockaden, der rechtlichen Situation und Zivilen Ungehorsam angeboten. Gemeinsam wurde beraten, wie wir zukünftig Blockaden organisieren, Repressionen gemeinsam abwehren und noch mehr Menschen zu entschiedenem Eintreten gegen Neonazi-Umtriebe ermutigen.
Das Bündnis "Dresden Nazifrei" resümiert: "Ein klares JA zu Blockaden, zu einem pluralistischen Umgang im Protest gegen Nazis und ein eindeutiges NEIN zu Spaltungen. Gemeinsam, entschlossen und aktiv gegen die Nazis im Februar 2012. Die Konferenz hat aber auch gezeigt, dass wir uns in den kommenden Monaten intensiver mit einigen Punkten auseinandersetzen müssen. So fand auch der umstrittene und vorangekündigte Workshop zum Blockadetraining nicht im Rahmen der Konferenz statt. Dennoch sehen wir, dass eine inhaltliche Vermittlung eines solchen Trainings in Dresden notwendig ist. In diesem Zuge wollen wir das Training in den nächsten Wochen in Dresden nachholen, um zu vermitteln, was es bedeutet zu blockieren und wie wir spektrenübergreifend und solidarisch Aktionen auf einer Blockade gestalten. Dazu gehören auch die Risiken, die eine solche Blockade beinhalten kann. Das Ziel einer erfolgreichen Blockade des Naziaufmarsches soll damit auch im Februar 2012 erneut möglich sein. Weiterhin müssen wir uns bewusst machen, dass es in der neuen Kampagne nicht allein um den Naziaufmarsch gehen kann, sondern auch darum, den entgrenzten Verfolgungswahn der sächsischen Behörden in die Schranken zu weisen. Zivilgesellschaft und Demokratie geht uns alle an und ist kein Produkt, das wir einfach konsumieren können, vielmehr ist eine aktive Einmischung in gesellschaftliche Prozesse von jedem notwendig, nicht nur in Sachsen." (http://www.dresden-nazifrei.com/)
1200m - Lachnummer statt Trauermarsch der GeschichtsrevisionistInnen
Am späten Abend versammelten sich die letzten BlockiererInnen auf dem Postplatz um noch einmal den Erfolg des Tages zu feiern. Zuvor hatten tausende von Ihnen an mindestens zwei dauerhaften Blockadepunkten dafür gesorgt, dass die Nazis nur eine Minirunde laufen konnten. Gegen 16 Uhr gelang es Menschen, die sich vom Mahngang "Täterspuren" gelöst hatten und DemonstrantInnen, die sich am Schützenplatz vor dem Gewerkschaftshaus versammelt hatten, den Platz Freiberger Straße / Ammonstraße vor dem World Trade Center zu besetzen.
Gegen 17.30 gelang es anderen BlockiererInnen auf den vorher von der Polizei abgeriegelten Sternplatz zu gelangen. Verstärkung erhielten sie von etwa 2000 DemonstrantInnen, die sich aus der Menschenkette lösten. Die Polizei verlagerte daher die Absperrungen und gestand den Nazis eine Route von 1200m zu, die in einer halben Stunde abgelaufen war.
Auch dieses Jahr heißt es in Dresden und anderswo Block Nazis!
Erfolgreiche Aktionen gegen Naziaufmärsche waren in den letzten Jahren Blockaden durch viele Menschen. Es gelang öffentliche Zeichen des Widerstands zu setzen und eine Beschränkung der Naziaktivitäten zu erreichen, sei es durch Verkürzung ihrer zeitlichen Präsenz, oder die Verlegung ihrer Routen und Plätze.
„In Sachsen geschehen Dinge, die könnte sich George Orwell nicht einmal vorstellen.“ So bezeichnete der Historiker W. Wippermann die sächsischen Verhältnisse 2011. Insbesondere antifaschistisches Engagement wird in Sachsen, nicht erst seit den erfolgreichen Blockaden des Neonaziaufmarsches in Dresden, massiv kriminalisiert und zu delegitimieren versucht.
Im Januar 2010, wenige Wochen vor der ersten erfolgreichen Blockade in Dresden, kam es bundesweit zu Razzien gegen das Bündnis „Dresden nazifrei“, es wurde Mobilisierungsmaterial zu den Blockaden beschlagnahmt, da hier angeblich zu Straftaten aufgerufen wurde. Die Razzien sollten nur ein Vorgeschmack auf das sein, was antifaschistischem Engagement in Sachsen blüht, sollte es sich um mehr als nur Lippenbekenntnisse gegen Nazis handeln. Die Repressionsspirale drehte sich auch in folgenden Monaten weiter und gipfelte schließlich in den Geschehnissen um den 13. und 19. Februar 2011.
Auf die Straße gegen Nazis, Opfermythen und sächsische Verhältnisse!
Mächtig gebrodelt hat die Gerüchteküche in den letzten zwei Wochen. Vieles deutet daraufhin, dass die bundesweite Großdemonstration der Nazis eine Woche nach dem 13. Februar Geschichte ist. Damit das auch tatsächlich tatsächlich Wirklichkeit wird heisst es jetzt: Dran bleiben!
Nicht locker lassen!
Wir sind 2009 mit dem Anspruch angetreten den letzten bundesweiten Großaufmarsch der Nazis auf den „Müllhaufen der Geschichte“ zu befördern. 2010 haben die Nazis eine Niederlage erlitten, 2011 haben wir ihnen ein Desaster bereitet, machen wir 2012 den Sack zu!
Wir mobilisieren deswegen weiterhin für den 18. Februar nach Dresden. Wir tun dies um den Nazis weiterhin den Raum zu nehmen. Auch wenn vieles darauf hindeutet, dass sowohl JLO als auch NPD und die freien Kräfte, die den regionalen Naziaufmarsch am 13. Februar vorbereiten keinen Naziaufmarsch am 18. Februar durchführen werden, ist nicht auszuschließen das sich doch noch ein/e TrittbrettfahrerIn findet, der am 18. Februar einen Aufmarsch versucht oder das Nazis – einem Trend der letzten Monate folgend – unangemeldete Aktionen in Dresden versuchen. Auch 800 Nazis die versuchen durch Dresden zu marschieren werden wir blockieren. Bilanz gezogen wird nicht jetzt, sondern am Abend des 18. Februar! Zusätzlich rufen wir dazu auf, sich verstärkt an den Aktionen gegen den Fackelmarsch der Nazis am 13.2. zu beteiligen und auch dieses gruselige Treiben für die Nazis zunehmend unattraktiv zu machen.
Am 19. Februar 2011 haben wir gemeinsam mit mehr als 20.000 Antifaschist_innen erneut den größten und wichtigsten Naziaufmarsch in Europa verhindert. Unsere Blockadeaktionen waren erfolgreich obwohl Gerichte, Polizei und Teile der Politik mit enormem Aufwand die Durchführung des Naziaufmarsches durchsetzen wollten. Tausende Antifaschist_innen aus verschiedenen Spektren haben sich nicht durch Polizeisperren- und Gewalt aufhalten lassen und somit verhindert, dass die Nazis durch Dresden marschieren konnten.
Auch am 18. Februar 2012 werden wir den geplanten Nazigroßaufmarsch
verhindern. Wir werden wieder gemeinsam massenhaft die Aufmarschstrecke besetzen und blockieren. Denn der Kampf gegen Nazis und Geschichtsverdrehung ist so wichtig, dass wir ihn selbst in die Hand nehmen müssen. Am 13. Februar werden wir uns an den Gegenaktionen gegen den Fackelmarsch der Nazis beteiligen und unsere Kritik am Dresdner Opfermythos zum Ausdruck bringen.
In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.
Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.
Zum Kampagnenstart: Neuer Aufruf, neues Plakat, neue Website
Auch im dritten Jahr wollen wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Keine Symbolpolitik, kein Händchen halten. Wir wollen uns gemeinsam aktiv auf die Straße setzen um Europas ehemals größten Naziaufmarsch erneut zu stoppen.
UNGEHORSAM! DISOBEDIENCE! - EINLADUNG ZUM KONGRESS
Aktionen des zivilen Ungehorsams haben weltweit Konjunktur: in Kairo, Madrid, Athen, New York, Frankfurt ... überall gehen Menschen auf die Straße. Die Zelte und Platzbesetzungen, die Blockaden und Flashmobs zeigen unmissverständlich, dass eine neue globale Generation von Ungehorsamen, Empörten und Wutbürger_innen entstanden ist. Gegen Prekarisierung, Perspektivlosigkeit und erstarrte Autoritäten entsteht die Forderung nach direkter Demokratie und Partizipation an politischen Entscheidungen.
Unsere Antwort auf ihre Repression: Jetzt erst recht!
Den Naziaufmarsch durch Dresden 2012 verhindern.
Im Februar 2011 blockierten in Dresden zehntausende AntifaschistInnen den ehemals größten Naziaufmarsch Europas. Sitz- und Stehblockaden, Spontandemos und militante Aktionen machten den Tag der rund 2500 angereisten FaschistInnen zu einem Desaster und das trotz der vorherigen Ankündigung der Polizei, den Aufmarsch der Nazis um jeden Preis durchsetzen zu wollen.
Doch die Reaktion von Staatsanwaltschaft und Polizei lies nicht lange auf sich warten. Noch am selben Tag wurde das „Haus der Begegnung“ in Dresden von Sondereinsatzkommandos der Polizei überfallen. Türen wurden aufgebrochen, Büros durchwühlt und AktivistInnen in Gewahrsam genommen.