Jetzt fällt die Entscheidung!

Massenblockaden für eine andere Energiepolitik

Auch wenn Umweltminister Norbert Röttgen um den heißen Brei herum redet: Die schwarz-gelbe Bundesregierung will die Laufzeiten der Atomkraftwerke massiv ausweiten. Doch spätestens seit Tschernobyl ist die Unbeherrschbarkeit der Atomtechnologie offensichtlich und die ungelöste Entsorgungsproblematik seit dem Asse-Skandal nicht mehr zu verheimlichen. Zwei Drittel der Bevölkerung lehnen die Laufzeitverlängerungen ab. Noch immer ist eine Mehrheit für den Atomausstieg.

Warum also stemmen sich Energiekonzerne und Regierung dagegen? Im Energiesektor stehen wir vor einer Grundsatzentscheidung. Der Ausbau dezentraler, erneuerbarer Energien (Wind, Wasser, Sonne) ist mit der Grundlasttechnologie von Kohle und Atomkraftwerken nicht vereinbar. Jetzt wird eine Richtungsentscheidung für die nächsten 50 Jahre gefällt: Für zentrale Großkraftwerke mit Kohle und Atom oder dezentrale, flexible und regenerative Energien. Ökologisch sinnvoll und von der Bevölkerung gewollt ist Letzteres, Energiekonzerne und Regierung pushen aber das Andere, denn angesichts steigender Energiepreise winken Milliardengewinne für die MonopolistInnen.

Castortransport: Achillesferse der Atomstrategie

In der Energiepolitik zeigen sich die grundlegenden Widersprüche kapitalistischer Profitlogik: Wenige Privatkonzerne versuchen gegen die Interessen der Bevölkerung, die Weichen Richtung Klimakatastrophe zu stellen. Wollen wir sie aufhalten, müssen wir mehr sein als WählerInnen und KonsumentInnen.

Der Castortransport von hoch radioaktivem Müll ins geplante Endlager Gorleben im November ist die Achillesferse ihrer Atomstrategie. Mit Massenblockaden und Sabotagen werden Zehntausende dem Energiefahrplan der Mächtigen das Gleis streitig machen. Darüber hinaus können wir mit der Forderung nach Enteignung der Energiekonzerne dem Katastrophen- Kapitalismus die konkrete Utopie einer Energieversorgung unter gesellschaftlicher Kontrolle und im Interesse von Mensch und Umwelt entgegensetzen.

[Dazwischengehen - Zeitung für eine interventionistische Linke 01.05.2010]

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