Mobilität für alle!

Das Sozialticket ist ein Schritt

Für alle Menschen ist es wichtig, sich in ihren Städten und Gemeinden frei bewegen zu können: zu FreundInnen, zu Veranstaltungen oder zum Arzt. Gerade Menschen mit wenig Geld sind auf Hilfs- und Beratungseinrichtungen angewiesen. Sie müssen zu Ämtern und Behörden. Doch immer mehr Menschen können sich Mobilität nicht mehr leisten.

Steigende Fahrpreise zwingen viele Menschen zum »Schwarzfahren «, auch weil Hartz-IV-EmpfängerInnen monatlich gerade einmal 11,49 € für Bus und Bahn zustehen. Tausende Menschen mussten in den letzten Jahren ins Gefängnis, weil sie zu arm waren, sich einen Fahrschein zu kaufen.

fahrtbehinderung.jpgDagegen regt sich bundesweit Widerstand. Lokale Bündnisse fordern Mobilität für alle und ein Sozialticket ist ein wichtiger Schritt dahin. Im Düsseldorfer Bündnis für ein Sozialticket arbeiten beispielsweise Organisationen zusammen, die ansonsten oft getrennte Wege gehen: Die Diakonie, das selbst organisierte Erwerbslosenfrühstück, verschiedene Gewerkschaftsarbeitskreise, die Obdachlosenzeitung und die Katholische Arbeitnehmerbewegung neben der radikal-linken initiative k, um nur einige zu nennen.

Zusammen ist es uns gelungen, durch Veranstaltungen und Aktionen eine politische Stimmung zugunsten eines Sozialtickets zu erzeugen. CDU und Grüne haben sich darauf verständigt, ein solches Ticket einzuführen. Umkämpft ist der Preis, die Verkehrsverbünde laufen Sturm gegen die von den meisten Initiativen geforderten 15 €.

Für uns als radikale Linke ist das Thema Sozialticket nicht nur wichtig, weil ein Teil von uns direkten Nutzen daraus ziehen würde. Es eröffnet auch den Raum mit anderen zu diskutieren, wie wir leben wollen und welche Eigentums- und Entscheidungsverhältnisse ein besseres und gerechteres Leben ermöglichen. Wir meinen, dass Mobilität per ÖPNV zum Nulltarif eine Grundversorgungsaufgabe der Gesellschaft ist.

Die geplante Einführung eines ermäßigten Tickets werten wir als Teilerfolg, der zeigt, dass gemeinsames Engagement sich lohnt.

[Dazwischengehen - Zeitung für eine interventionistische Linke 01.05.2010]

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