Heißer Herbst: Finanzmetropole Frankfurt blockieren
Die Aktionsgruppe Georg Büchner und die hier aufgeführten UnterzeichnerInnen laden für den 21. August zu einer Aktionskonferenz nach Frankfurt am Main ein. Wir wollen gemeinsam mit möglichst vielen Initiativen, Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen den Aktionsaufruf diskutieren, den Stand der Umsetzung abschätzen und die Einordnung und Verzahnung mit anderen Aktionen im Herbst besprechen.
Wir werden die Rolle des Finanzsektors für die derzeitige kapitalistische Krise deutlich machen, ohne zu vergessen, dass die gigantische Umverteilung gesellschaftlichen Reichtum von unten nach oben lange vor der ›Finanzkrise‹ begonnen hat.
Allen Beteiligten ist klar, dass Banken ein großes Rad in dieser Wirtschaftsordnung sind, aber nicht das einzige, an dem gedreht wird. Die immer wieder gemachte Unterscheidung in ›skrupellose‹ Banker und darunter leidende ›verantwortungsvolle‹ Unternehmen der ›Realwirtschaft‹ ist nicht nur irreführend, sie ist vor allem total falsch. Banken fungieren heute mehr denn je als zentrales Ketten- und Steuerungsglied zwischen ›Privatwirtschaft‹ und ›Staatsaufgaben‹. Sie sind überall engagiert und involviert: als Designer von ›riskanten Finanzprodukten‹ genau so, wie als Großaktionäre von Konzernen. Banken gehören heute zu gefragte Architekten von Verarmungsprogrammen. Sie sind fester Bestandteil von politischen ›Beraterstäben‹ jedweder Regierung, wobei die Frage, wer wen regiert durchaus gestellt werden kann.Der Aktionsaufruf trägt dem besonderen Umstand Rechnung, daß manche Banken mehr als eine privatkapitalistische Bank sind, die bei verlustreichen Geschäften pleite geht. Uns geht es um so genannte ›systemrelevante‹ Banken. Diese Bedeutung haben sie nicht, weil besondern fiese Chefs diese Geschäfte führen. Ihr Systemrelevanz bekommen sie aufgrund struktureller Bedingungen: Sie handeln mit einer Quasi-Staatsgarantie, indem sie die ›Liquidität‹ dieses Systems garantieren sollen. Sie können demzufolge machen, was sie wollen – sie werden immer gerettet, während sie andere in den Ruin treiben.
Im Wissen um die Unterschiede der Beteiligten wollen wir zusammen, massenhaft und entschlossen die Ebene symbolischen Protests verlassen. Wir wollen wirksamen und öffentlichen Druck ausüben, um klarzustellen, dass das regierungsamtliche Rede von einer Krise, zu deren Bewältigung alle beitragen werden, ein dreistes Selbstbereichungsprogramm – der Versuch, die selbst erwirtschaftete Krise zu einer weiteren Umverteilung von Unten nach Oben zu nutzen, ein fortgesetzter Raubzug darstellt.
Die Streichung des Heizkostenzuschusses für Hartz-IV-BezieherInnen, die Ausweitung der Zwangsarbeit für Langzeitarbeitslose, die Legalisierung von einkommensunabhängigen Zusatzbeiträgen in den gesetzlichen Krankenversicherungen (als weiterer Sprengsatz für das Solidarprinzip) reichen als Beispiele vollkommen, um Ernst damit zu machen: Es reicht!
Für die Aktionskonferenz werden folgende Arbeitsgruppen zu den Themen Krisentheorien,
Belagerungskonzept,
Erkundungen in der Finanzmetropole,
Militarisierung,
Internationale Kämpfe und Perspektiven über den Tag X hinaus
arbeiten.
Außerdem ist beabsichtigt, daß wir zu unserer Konferenz AktivistInnen aus anderen Ländern (Griechenland, Frankreich, Italien…), Künstler, Publizisten und politisch Engagierte aus anderen gesellschaftlichen Bereichen einladen, um mit ihren Beiträgen uns und die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.
Wir bitten euch, diesen Aufruf zu unterstützen und Euch für unsere Konferenz anzumelden!
Kontakt
Presse: presse@georg-buechner.org
Infoveranstaltungen: infoveranstaltung@georg-buechner.org
Sonstiges: mail@georg-buechner.org
http://www.georg-buechner.org
Spendenkonto
Stichwort: Georg Büchner
Empfänger: Dichtung und Wahrheit e.V.
Bank: Mainzer Volksbank e.G.
BLZ: 55190000
Kontonummer: 581915014
An unseren Beratungen nahmen zustimmend teil, unseren Aufruf zur Aktionskonferenz unterstützen bisher u.a.:
Einzelpersonen: Recep Akbas (Betriebsrat), Mischa Aschmoneit (Betriebsrat), Marcel Bathis (Betriebsrat FrankfurterRundschau), Christoph Ellinghaus (Gewerkschaftssekretär), Klaus Hartmann (Freidenkerverband), Michael Korbmacher (ChristInnen für den Sozialsmus), Michael Kraus (Gewerkschaftssekretär), Sabine Leidig (MdB DIE LINKE), Bodo Ramelow (MdL DIE LINKE Thüringen), Werner Schulten (Parteivorstand DIE LINKE), Dr. Hans Christoph Stoodt (ANK Frankfurt), Katinka Poensgen (Gewerkschaftssekretärin), Martina Renner MdL Thüringen, DIE LINKE), Thomas Trueten, Ulrich Wilken (MdL DIE LINKE Hessen), Wolf Wetzel (Publizist), Franziska Wolf (Gewerkschaftssekretärin), Mag Wompel (Labournet Germany) Lucas Zeise (Wirtschaftsjournalist) und viele andere.
Gruppen und Organisationen:AG Gewerkschaftliche Fragen Marburg, AGIS, Aktionsgruppe für den Aufbau der Dritten Reihe Frankfurt, AKU Wiesbaden, Antifa-KOK Düsseldorf-Neuss, Antifa Odenwald, Anti-Nazi-Koordination Frankfurt, Antifaschistische Linke Berlin, Attac, Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV (DIE LINKE), Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V., ChristInnen für den Sozialismus, DIDF, D.i.s.s.i.d.e.n.t. (Marburg), DGB-Jugend Südhessen, DGB Kreisverband Gera, DGB Kreisverband Saale-Orla, DKP Rheinland-Pfalz, DKP Frankfurt, Erwerbslosenforum Deutschland e.V., FAU Frankfurt, FDJ Frankfurt, Interventionistische Linke, IG BAU-Jugend Hessen, internationale sozialistische linke, JungdemokratInnen / Junge Linke, Bundesweites Krisenbündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“, DIE LINKE Hessen, LAG Erwerbslose DIE LINKE Rheinland-Pfalz, DIE LINKE Frankfurt, Linksjugend`solid (Bundesverband), Linkswärts e.V., Marx21, MotorradfahrerInnen ohne Grenzen (Düsseldorf), Neue Rheinische Zeitung, Ordensleute für den Frieden, Pfeffer-Network, Die Linke.SDS, Selbstorganisiertes Erwerbslosenfrühstück Düsseldorf, Sozialbündnis Frankfurt, Sozialistische Kooperation, Radio Corax (Halle), Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne und andere.







